Staudheim krönt eine turbulente Saison

Schießen Aufstieg in die Bayernliga nochmals hart umkämpft

An diesem Sonntag war es nun soweit. Die Oberbayernliga-Meister aus Staudheim fuhren zum Aufstiegskampf in die Bayernliga nach München. Ausgetragen werden die Aufstiegskämpfe seit jeher in der Olympiaschießanlage in München/Hochbrück.

Für die Winterlust-Schützen ein örtlich bekanntes Terrain. Aber Aufstiegskämpfe haben ihre eigenen Regeln. An einem Tag, mit 2 Wettkämpfen, entscheidet sich ob die ganze Saison mehr „hop“ oder doch „topp“ wird. Ein Druck, den jeder Sportler kennt aber sich keiner wünscht. So zugespitzt kann an diesem Tag fast alles möglich werden.

Die Winterlust-Schützen konnten nicht in Stammbesetzung antreten. Jessica Kröpfl musste aufgrund ihres anstehenden Nachwuchses passen. Die aktuelle Nummer 2 im Team entfiel somit und konnte nur mit Daumen drücken unterstützen. Ein Rückschlag aber Lindel hatte mit Robert Lehmeier einen schon erfahrenen „Nachwuchs“-Schützen in petto, der die letzten Wochen sehr gut trainiert hatte und heiß auf den Platz in der 1. Mannschaft war.

Um 11:15Uhr startete der 1. Wettkampf des Tages.

Nun kämpften 7 Mannschaften aus den 4 Oberbayernligen um die 2 freien Aufstiegsplätze in die Bayernliga Süd-West. Und die Meister und Vize-Meister der Oberbayernligen schenkten sich nichts. Ein Kampf um jeden Ring begann.

Im Unterschied zur Liga wird beim Aufstiegskampf nicht Mann-gegen-Mann geschossen. Hier wird als Mannschaft angetreten und gewertet. D.h. die Einzelergebnisse werden am Ende des Tages aufsummiert und die beiden Mannschaften mit den höchsten Werten sind die Aufsteiger in die Bayernliga Süd-West.

Und der Kampf begann. Zu Beginn merkte jeder Schütze noch sehr deutlich die Anspannung. In der ersten Serie über alle 7 Aufstiegskandidaten gruppierten sich die Winterlust-Schützen auf Platz 5 ein mit 476 Ringen (alle 5 Schützen zusammen gezählt). Aber dann gewann der Fokus auf den eigenen Schießrhythmus die Oberhand. In nun immer besser werdenden Serien 2, 3 und 4 kämpfte sich Staudheim souverän auf Platz 2 vor. Mit gesamten 393 Ringen von Sandra Specht, 388 von Sonja Hintermeier, 389 von Stefan Lindel, 377 Ringen von Jürgen Herde und 375 von Robert Lehmeier, war der Captain Stefan Lindel mit seiner Mannschaft sehr zufrieden. Nun ging man mit 8 Ringen Vorsprung auf Platz 3 in die Mittagspause.

Nach kurzer Stärkung und mentaler Kräftigung ging es nun um 14:15Uhr in die Endphase. Und hier sollte sich nun zeigen wer die Nerven für den Aufstieg hatte.

Und hier startete Staudheim gleich mit einem Standdefekt. Robert Lehmeier hatte das Pech das sein Stand „den Dienst einstellte“. Somit musste er selbigen wechseln, sich neu einrichten und nochmals von vorne beginnen. Ärgerlich und nicht zwingend zuträglich für die aufgebaute Konzentration.

Aber Staudheim und Lehmeier wollten in die Bayernliga und da müssen solche Vorkommnisse kompensiert werden können.

Die Schützen aus Staudheim starteten ähnlich wie am Vormittag. Etwas angespannt beendeten Sie die erste Serie mit gesamt 478 Ringen. Was immer noch Platz 2 entsprach aber nur noch 5 Ringe Vorsprung. Doch wiederum eine hervorragende 2. Serie aller baute den Vorsprung wieder auf 9 Ringe aus.

Die Schützen am Stand bekamen von der sich aufbauenden Dramatik nicht viel mit. Sie waren mit sich und ihrem Schießrhythmus beschäftigt. Aber alle mitgereisten Fans bekamen feuchte Hände beim Daumen drücken.

Serie 3 – durchwachsen. Vorsprung schmilzt auf 6 Ringe zusammen.

Nun hieß es „hop oder topp“. Jeder der 5 durfte maximal einen Ring unter Schnitt schießen. Normalerweise, kein Problem. Aber unter diesen Umständen?

Doch mit einer Punktlandung sicherten sich die Winterlust-Schützen mit schlussendlich 5 Ringen Vorsprung den begehrten Aufstiegsplatz in die Bayernliga. Das nennt man mal „Gegner orientiert“ zum Sieg.

Die Einzelergebnisse im 2. Durchgang waren: 395 Specht, 387 Hintermeier, 390 Lindel, 383 Herde, 370 Lehmeier.